#1

RE: Aktuelles zum Jahresabschluss

in Aktuelles rund um den FKB 17.08.2015 12:57
von Lynx72 | 558 Beiträge | 555 Punkte

Hallo Zusammen,

vor wenigen Tagen hat der Baden-Airpark die Bilanz sowie die Gewinn und Verlustrechnung für 2014 im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Der Bilanz ist ein ziemlich langer und auch interessanter Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 beigefügt. Diesen Lagebericht möchte ich allen Interessieren hier teilen:






Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014
A. Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. Entwicklung der Branche und Gesamtwirtschaft

Wie zu Beginn des Jahres 2014 prognostiziert, verbesserte sich das Geschäftsklima in Deutschland während des Jahresverlaufs und erreichte eine neue Dynamik. Die globalen Krisenherde, insbesondere in der Ukraine und in Syrien mit dem Terror des ?Islamischen Staates" (IS), bremsten weitere Wachstumserfolge. Auf Grund der weltweiten Krisenherde zeigt sich, dass Krisen, Kriege und Katastrophen mehr und mehr nur zeitlich und regional begrenzt Einfluss auf die Handelnden ausüben.

Der internationale Luftverkehrsmarkt zog 2014 sowohl bei Passagierwachstum als auch in der Luftfracht wie erwartet an.

In Deutschland ist die Zahl der von der Deutschen Flugsicherung (DFS) kontrollierten Flugbewegungen nach vorläufigen Angaben von Klaus-Dieter Scheuerle, dem Chef der DFS, nur um rd. 0,9 % gewachsen. Ein höheres Wachstum wird nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen durch die Auswirkungen der Krisensituationen in Russland, der Ukraine, im Nahen Osten sowie von der politischen Instabilität in Teilen der nordafrikanischen Tourismusdestinationen nicht realisiert. Zudem wird in Europa, aber auch in Deutschland, der Luftverkehr durch Themen wie die Luftverkehrssteuer, die Betriebszeiten und der Emissionshandel politisch gebremst, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch. Er hofft, dass die Bundesregierung wenigstens die im Koalitionsvertrag versprochene Verbesserung der Wettbewerbssituation der deutschen Fluggesellschaften umsetzt. Auch wird weiterhin mit Arbeitskampfmaßnahmen aufgrund des hohen Wettbewerbs und Kostendrucks in der deutschen Luftverkehrswirtschaft zu rechnen sein.

Für die kleineren Airports in Deutschland war 2014 kein gutes Jahr. Zwei Flughäfen mussten Insolvenz anmelden: Lübeck in Schleswig-Holstein im April und Zweibrücken in Rheinland-Pfalz im Juli. Auch für 2015 sind weitere Hürden zu nehmen, da die EU im April die ?Leitlinien für staatliche Beihilfe für Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften" (2014/C99/03) erlassen hat. Diese Leitlinien besagen, dass Flughäfen ab 2024 keine staatliche Unterstützung für den Betrieb, also sogenannte Betriebsbeihilfen, mehr bekommen dürfen. Nur Investitionsbeihilfen sind für Flughäfen bis 3 Mio. Passagiere weiterhin zulässig.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) sieht mit Sorge auf die innerdeutsche Entwicklung. Während der weltweite Passagierverkehr um +5,9 % wuchs, konnten deutsche Fluggesellschaften und Flughäfen von diesem Wachstum nicht profitieren. Mit 208 Mio. Passagieren erreichte das Wachstum in Deutschland nur 3 %.

Zuwachsraten gab es im Europaverkehr mit +3,1 % und auf den Interkontinental-strecken mit rd. +5,6 %. Vor dem Hintergrund der politischen Rahmenbedingungen ordnet der ADV selbst die +0,8 % Wachstum auf den innerdeutschen Flugstrecken positiv ein. Waren es im Jahr 2013 noch 13 Flughäfen, die Verkehrsrückgänge kompensieren mussten, waren es 2014 nur noch 7 Airports.

Es zeigt sich, dass die deutschen Luftfahrtunternehmen (LH-Gruppe, Air Berlin) mit 2,3 % deutlich schlechter wachsen als die europäischen Wettbewerber. Dementsprechend haben auch die Flughäfen die Gespräche mit den ausländischen Airlines verstärkt.

2. Geschäftsergebnis

Mit insgesamt 997.013 Fluggästen im Geschäftsjahr 2014 verfehlte der Flughafen-Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) nur knapp die Million. Damit musste die Baden-Airpark GmbH den zweiten Passagierrückgang seit dem Bestehen der Gesellschaft kommunizieren. Der Rückgang von 6,9 % bei den Flugbewegungen und insgesamt 7,2 % bei den Passagierzahlen ist von allen Segmenten gespeist worden. Neben den Belastungen aus der deutschen Luftverkehrssteuer führten die oftmals kurzfristigen Veränderungen in der Angebotspolitik der Fluggesellschaften und Reiseveranstalter zu Rückgängen und leider auch zum Verdruss einiger Reisekunden am FKB.

Der Gewerbepark entwickelte sich im Jahr 2014 erfreulich. Es konnten weitere Grundstücksverkäufe abgeschlossen werden, die den Gewerbepark innerhalb des Branchen-Mix bereichern. Insbesondere mit der Ansiedlung einer Tankstelle wird sowohl den gewerblichen Kunden als auch den Reisenden eine weitere Dienstleistung vor Ort angeboten werden. Die Erweiterungen der bereits ansässigen Firmen sprechen für den Standort auf dem Baden-Airpark-Gelände. Der Bau für ein Bürogebäude für die Europazentrale des Weltmarktführers für 3 D-Drucker an exponierter Stelle am Airport Boulevard schreitet sichtbar voran und soll im Februar 2015 bezogen werden.

Allgemein konnte der Vermietungsstand 2014 beibehalten werden, jedoch zeigt sich die Überkapazität an Büroflächen in der Region nun auch auf dem Baden-Airpark-Gelände. Leerstände sind nicht mehr zeitnah neu zu belegen.

Trotz aktiver Parkierungspolitik und das Angebot von Parkplätzen in verschiedenen Preisklassen entstehen im Umfeld des Flughafens mehr und mehr private Vermarkter, die Flächen und Service für Reisende anbieten. Die Chance für eigenes Wachstum nehmen weiter Flughafenzubringer und Taxiunternehmen für sich auf. Beide Entwicklungen gehen direkt zu Lasten der Umsätze der Baden-Airpark GmbH.

Die geringeren Einnahmen und die gestiegenen Kosten führten zu einem gegenüber den Vorjahren geringeren positiven Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA). Für das Wirtschaftsjahr 2014 beträgt das EBITDA rund EUR +2,4 Mio.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen ohne die Auflösung von Sonderposten (TEUR 378) in Höhe von TEUR 8.526 spiegeln den rechnerischen Werteverzehr der Vermögensgegenstände aus dem Asset-Deal (TEUR 659) sowie der Investitionen der Jahre 2001 bis 2014 (TEUR 7.867). In diesen Abschreibungen sind die großen Ausbauinvestitionen des Flughafens enthalten. Damit dürfte der Höchststand der Abschreibungen erreicht sein.

Nachdem im November 2014 die vollständige Tilgung des Kredites für den Ausbau des Gewerbeparks in Höhe von EUR 2 Mio. erfolgte, weist die Baden-Airpark GmbH Ende 2014 keine Bankverbindlichkeiten mehr auf. Die geringen Verzinsungen auf Guthaben erbrachten ein Finanzergebnis von TEUR 136.

Die sonstigen Steuern in Höhe von TEUR 90 weisen im Wesentlichen die Grundsteuer aus.

Das Geschäftsjahr 2014 schließt mit einem Jahresverlust von TEUR 5.669.

3. Umsatzentwicklung

3.1. Der Geschäftsbereich Flughafen

Der FKB lag mit 997.013 Fluggästen im Jahr 2014 über den im Wirtschaftsplan prognostizierten 975.000 Passagieren und verfehlte damit knapp die Millionengrenze. Im Vergleich zum Vorjahr mit 1.073.911 Fluggästen haben damit 7,2 % weniger Gäste den FKB für ihre Flugreisen genutzt.

Die zentrale Säule war auch 2014 wiederum der Linienverkehr mit 810.201 Fluggästen. Erstmals war Mallorca mit 141.235 Passagieren das am häufigsten angeflogene Ziel. Die Verbindung in die Hauptstadt Berlin mit 129.823 Fluggästen verzeichnete 9 % weniger Passagiere als im Vorjahr und war somit die zweitstärkste Destination, gefolgt von der Verbindung der Fluggesellschaft Ryanair nach London mit 100.076 Fluggästen.

Seit Ende März bedient Germanwings das zweite deutsche Inlandsziel, Hamburg. Hamburg belegt mit 61.247 Passagieren Platz vier auf der Beliebtheitsskala und wird insbesondere von den Geschäftsreisenden sehr geschätzt.

Neben London und Mallorca gelangten Reisende der Fluggesellschaft Ryanair nach Rom, Alicante, Barcelona, Porto, Malaga, Bari, Trapani, Thessaloniki, Cagliari, Stockholm, Zadar und zu den Kanaren.

Der Pauschalreiseverkehr stabilisierte sich gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 5,2 % und konnte 163.652 Passagiere an ihre gewünschten Flugziele bringen.

Das Fluggastaufkommen im sonstigen gewerblichen und nichtgewerblichen Verkehr nahm im Jahr 2014 leicht auf 23.160 Fluggäste ab.

Das Luftfrachtvolumen steigerte sich in 2014 um erfreuliche 32 % auf 779,6 t.

Die Zahl der Flugbewegungen ist 2014 insgesamt um 6,9 % zurückgegangen. Bei den Flugzeugen bis 2 t nahmen die Flugbewegungen um 13,5 % auf 15.039 ab. Erstmals haben auch die Flugbewegungen über 5,7 t um 2,2 % abgenommen. Insgesamt wurden am Baden-Airpark 35.566 Starts und Landungen mit einem um 2,8 % gestiegenen Gesamt-MTOW von 759.930 t gezählt.

Die Umsatzerlöse des Profitcenters Flughafen betrugen im Geschäftsjahr 2014 insgesamt TEUR 9.530.

3.2. Der Geschäftsbereich Immobilien

Das Profitcenter Immobilien beinhaltet das Geschäftsfeld Non-Aviation auf dem Flughafen, die Vermietung und Verpachtung von Büro- und Handelsflächen, Gastronomie und Parkierungsanlagen im Flughafenbereich und dem Gewerbepark, einschließlich der Freizeitanlagen. Zudem verantwortet dieser Bereich die Betreuung des Service Center Technik. Die Infrastruktur der Baden-Airpark GmbH, die Ver- und Entsorgungsmedien, die Bauvorhaben und die ökologischen Aktivitäten werden hier gebündelt.

Das attraktive Parkierungsangebot ist trotz des Rückgangs der Passagiere und den weiteren örtlichen Angeboten gut angenommen worden. Die Erlöse erreichten im Wesentlichen die Planzahlen und betrugen im Jahr 2014 TEUR 2.957, wobei die saisonalen Schwankungen stärker spürbar waren. Bei den Umsatzpachten der Reisebüros, der Gastronomie und der Mietwagenfirmen im Terminal waren leichte Rückgänge zu verzeichnen.

Im Jahr 2014 erfolgten drei größere Grundstücksvermarktungen. Für Kunden des Flughafens und des Gewerbeparks gleichermaßen erfreulich, wird von einem regionalen Investor eine Tankstelle mit Waschanlage und Shop-Flächen erstellt. Die 2014 begonnene Arrondierung für die Erweiterung eines Firmensitzes mit Produktion, Verwaltung und Ausbildungswerkstatt im E-Sektor und der Bau einer Montagehalle im A-Sektor wird das Gewerbe und den Handel nachhaltig stärken.

Das große Angebot an Büroflächen in der Region hat einen Mietermarkt entstehen lassen, der erstmals dazu führt, dass frei gewordene Mietbereiche eigener Gebäude der Baden-Airpark GmbH nicht wie in den Jahren zuvor zügig neu vermietet werden können. Zur überregionalen Vermarktung wurde 2014 ein renommierter Immobilienspezialist für die Vermarktung hinzugezogen.

Nachdem der Betrieb des Biomassekraftwerkes im Frühjahr 2014 von dem neuen Investor wieder aufgenommen wurde, entspannte sich die Versorgung der Eigentümer, Mieter sowie der eigenen Gebäude mit Wärme, was durch den milden Winter unterstützt wurde. Dementsprechend rückläufig waren jedoch die dazugehörigen Erlöse. Die Erlöse aus den Telekommunikations-Entgelten sanken durch die Insolvenz eines IT-Kunden überdurchschnittlich. Die weiteren Dienstleistungen rund um die der Ver- und Entsorgung konnten wie gewohnt den Kunden zur Verfügung gestellt werden.

Das Proftitcenter Immobilen ist auch Herr über die Bauvorhaben der Baden-Airpark GmbH. Höhepunkt 2014 war die Fertigstellung der nach neuesten technischen und ökologischen Aspekten erstellten III. Ausbaustufe der Kläranlage.

Neben nutzerspezifischen baulichen Anforderungen und den vorbereitenden Arbeiten für die Neuansiedlungen haben kleine Projekte des Energiemanagements das interne Baugeschehen dominiert.

Die Umsatzerlöse des Profit Center Immobilien betrugen im Geschäftsjahr 2014 insgesamt TEUR 7.763. Gewinne aus Grundstücksverkäufen wurden in Höhe von insgesamt TEUR 1.361 verbucht

4. Personal

Das fünfstufige Personalkonzept, Vollzeit-, Teilzeitmitarbeiter, Mitarbeiter mit Mindeststunden, Aushilfen und externe Leiharbeiter, hat sich im Jahr 2014 wiederum bewährt. Anforderungsspitzen konnten im Wesentlichen gut bewältigt werden. Für eine möglichst optimale Schichtplanung wurde das Planungstool Opal, das bereits im Ground Handling Einsatz findet, für den Bereich der Passage weiterentwickelt.

Mit dem neuen Betriebsrat wurden drei neue für 2015 wirksame Betriebsvereinbarungen abgeschlossen. In diesen Betriebsvereinbarungen werden die Rahmenbedingungen für die Arbeitszeit, die Rufbereitschaften und Dienstreisen neu geordnet und den gesetzlichen Veränderungen angepasst. Weitere Betriebsvereinbarungen werden derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt.

Bei der Einführung des neuen Ablagesystems für elektronische Dateien war der Bereich Personal und Soziales intensiv involviert. Klar definierte Strukturen und Berechtigungsvergaben haben die Arbeits- und Informationsprozesse vereinfacht und die Verantwortlichkeiten konkret zugeordnet.

Um Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen, wurden der betriebsärztliche Dienst, der Arbeitsschutz, die Gefährdungsbeurteilung aller Arbeitsplätze und das Notfall- und Krisenmanagement seit Jahren zielorientiert praktiziert. Als Teil der Personalentwicklung fasst nun das betriebliche Gesundheitsmanagement die bisher eher isoliert stehenden Maßnahmen und Angebote zusammen und erweitert diese in sinnvoller Weise. Bei diesem Vorgehen wird der Betriebsrat durch die Personalabteilung aktiv einbezogen, da z.B. das betriebliche Eingliederungsmanagement oder die Suchtprävention sehr eng mit dem Personalrecht und der damit einhergehenden Mitbestimmung verknüpft sind.

Die kontinuierliche Weiterbildung ist ein notwendiges und wichtiges Anliegen, um Qualität und Kundenzufriedenheit auf dem hohen Niveau zu halten. Die Fortbildungsmaßnahmen beinhalteten im Wesentlichen Pflichtschulungen im Bereich Sicherheit, Gefahrgut, Rettung, Enteisung sowie Geräteschulungen. Daneben erfolgen freiwillige fachbezogene Ausbildungen und dem Unternehmen angepasste erforderliche Zusatzqualifikationen.

Umgerechnet auf Vollzeitbeschäftigung mit 40 Wochenstunden arbeiteten jahresdurchschnittlich 145 Mitarbeiter und damit gegenüber dem Vorjahr 10 Vollkräfte weniger bei der Baden-Airpark GmbH. Dies beruht auf dem Übergang der Fluglotsen zur TTC ab dem 1.1.2014. Zwei Stellen wurden gemäß dem Wirtschaftsplan 2014 neu geschaffen. Die Neubesetzung von vakanten Personalstellen erfolgte zeitverzögert, sodass damit im Jahresmittel eine Stelle eingespart werden konnte. Auf Grund der reduzierten Erlöse durch den Passagierrückgang wurde mit den Mitarbeitern eine zeitlich verzögerte Umsetzung der Lohnerhöhung sowie eine Deckelung der Sonderzahlung vereinbart.

Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2014 bei 7.178 TEUR und damit rd. TEUR 242 unter dem Planansatz.

5. Investitionen

Sowohl im Gewerbepark als auch im Flughafen entstehen Abwässer. Um die Umwelt zu schützen und die Ressourcen zu schonen, wurde mit der Fertigstellung des III. Bauabschnitts der Kläranlage ein weiterer Schritt umgesetzt. Mit neuester Softwaretechnik steuert die Mess- und Regelungstechnik die Klär- und Reinigungsvorgänge. Hierfür wurden TEUR 330 investiert. Damit wurden in den vergangenen drei Jahren insgesamt EUR 1,9 Mio. für diesen wichtigen Teil des Naturschutzes bereitgestellt. Ebenso in den Bereich der Abwasserentsorgung fallen Erweiterungen des Abwassernetzes und das Einbringen zusätzlicher Abscheider, Schmutzwasserfangstellen und Abwasseranschlüsse mit rd. TEUR 70.

Die weiteren Investitionen des Profit Center Immobilien bestanden im Wesentlichen aus den Vorarbeiten zu den neuen Ansiedlungen mit TEUR 218.

Im Rahmen des Energiecontrollings wurden für diverse Maßnahmen und diverse Mieterausbauten und technische Erweiterungen sowie Anpassungen rund TEUR 213 investiert.

Ökologische Maßnahmen sind für Flughafen und Gewerbepark mit TEUR 47, aktivierte Eigenleistungen mit insgesamt TEUR 99 berücksichtigt. Für die Neuerungen in die IT-Infrastruktur wurden TEUR 74 verausgabt.

Die Investitionen des Gewerbeparks betrugen 2014 insgesamt TEUR 973.

Die mit Abstand größte Investition des Flughafens im Jahr 2014 war die Anschaffung einer Hochleistungsschneeschleuder für TEUR 748. Obwohl die Schneetage in unserer Region überschaubar sind, ist es für den Flughafen und seine Kunden unabdingbar, 365 Tage in seiner Betriebszeit für die sichere Landung der Flugzeuge ausgerüstet zu sein. Bei den Schneefällen in der letzten Dezemberwoche 2014 konnte dieses Fahrzeug erfolgreich eingesetzt werden.

Das 2013 begonnene Projekt ?Flugplandatenverarbeitungs- und streifenloses Kontrollsystem" wurde im Juli 2014 fertig gestellt. Die Technik des Towers entspricht damit dem aktuellen Standard. Dieses Projekt, das im Jahr 2014 rd. TEUR 317 kostete, ist in Zusammenarbeit mit der deutschen Flugsicherung und der The Tower Company ausgeführt worden.

Ebenfalls für die Sicherheit auf neuesten Stand gebracht wurde die Versorgung des Gesamtbetriebs mit einer digitalen Bündelfunkanlage. Mit der Investition von TEUR 278 ist die Baden-Airpark GmbH zusammen mit dem Flughafen Stuttgart an einer der modernsten Bündelfunkanlagen angeschlossen.

Die Flugsicherungs- und Betriebstechnik erweiterte ihr Equipment mit insgesamt TEUR 97.

Die Abteilung für Sicherheitsmaßnahmen und Terminalmanagement benötigte rd. TEUR 74. Die größte Einzelmaßnahme war die neue Schleusensteuerung der B-Schleuse mit TEUR 47.

Für den laufenden Betrieb im Flughafen sind Investitionen in Höhe von TEUR 1.853 angefallen.

Die im Geschäftsjahr 2014 getätigten Investitionen führten insgesamt zu Aktivierungen in Höhe von TEUR 2.808.


B. Darstellung der Lage

Vermögens- und Finanzlage

Zum 31. Dezember 2014 betragen die liquiden Mittel TEUR 38.093 incl. TEUR 120 Mietkautionen und TEUR 240 Sicherheitseinbehalte.

Der hohe Finanzmittelbestand erlaubte trotz der niedrigen Anlagezinsen ein Finanzergebnis von TEUR 136.

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt nach Gesellschaftereinlagen und Jahresverlust TEUR 134.468. Die Eigenkapitalquote beträgt 95,6 %. Das Anlagevermögen ist zu 100 % durch das Eigenkapital gedeckt. Die Finanzierung der Baden-Airpark GmbH ist aufgrund der Rahmenvereinbarung vom 30. Juli 2003 zwischen der Baden-Airpark GmbH und den Gesellschaftern Flughafen Stuttgart GmbH bzw. Baden-Airpark Beteiligungsgesellschaft mbH gesichert. Die Ziffer 2 der Rahmenvereinbarung (Investitionsfinanzierung der Gesellschafter) wird mit Ablauf des Jahres 2015 vollständig erfolgt sein.

C. Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

1. Chancen- und Risikobericht

Das Risikomanagement der Baden-Airpark GmbH beruht auf den identifizierten kritischen Erfolgsfaktoren: der allgemeinen Lage (wirtschaftlich und politisch), des Marktes (Wettbewerb mit anderen Flughäfen), den Kunden (Airlines, Touristikkunden, Handel und Gewerbeparkkunden) und den internen Strukturen sowie der Finanzwirtschaft. Wie in den Vorjahren wurden diese Faktoren intensiv beobachtet und untersucht.

Unverändert bleiben die bekannten Risiken aus europäischer und bundesdeutscher Gesetzgebung und Rechtsprechung bestehen. Hierzu zählen insbesondere das EU-Beihilferecht, die Sicherheitsbelange, Lärm- und Umweltschutzanforderungen sowie Vergütungs- und Tarifveränderungen.

Ungeklärt sind die Risiken aus Insolvenzanfechtungen gemäß §§ 129 ff. InsO nach der neuen Insolvenzordnung. Bereits im Vorjahr wurden an die Baden-Airpark GmbH derartige Ansprüche herangetragen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die Geschäftsführung geht von einem positiven Ausgang aus.

Die anhaltend negative Entwicklung aufgrund der identifizierten Risiken an den verschiedenen Regionalflughäfen bereitete den Gesellschaftern Sorge. Dies umso mehr, als mit dem Jahr 2015 die 2003 begonnene Finanzierung der Investitionen in den Ausbau durch die Gesellschafter endet. Daher hatte der Aufsichtsrat im November 2013 die Beratungsgesellschaft McKinsey&Company beauftragt, eine ?Gutachterliche Stellungnahme zur Geschäftsperspektive der Baden-Airpark GmbH" zu entwickeln. Von den externen Spezialisten erwartete man die Erarbeitung realistischer Szenarien bezüglich der potentiellen Geschäftsentwicklung für die nächsten 10 Jahre. Weiterhin sollte dargestellt werden, welche positiven volkswirtschaftlichen Effekte die Luftverkehrsinfrastruktur Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden für die Region erbringt.

Wesentliche Ergebnisse von McKinsey&Company:
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Die Baden-Airpark GmbH hat bis 2025 eine gute Geschäftsperspektive und eine ausreichende Finanzausstattung.
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Haupttreiber der Umsatzentwicklung ist der Anstieg der Passagierzahlen.
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Das Basisszenario (Moderates Wachstum auf Marktniveau) geht davon aus, dass sich die Fluggastzahlen bis auf 1,15 Mio. im Jahr 2025 steigern. Preissteigerungen sind kaum durchsetzbar, sodass ein Teil des zusätzlichen Deckungsbeitrags aus dem Nachfragewachstum durch Kostensteigerungen aufgezehrt wird. Das Gesamtergebnis bleibt trotz rückläufigem EBITDA stabil. Für spätere Investitionen verbleibt somit ein Finanzpolster aus dem aktuellen Barvermögen.
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Das Worst Case Szenario (Regression und Umsatzeinbruch) geht davon aus, dass die Fluggastzahlen bis auf 600.000 sinken. Selbst in diesem Fall anhaltender Regression wäre die Finanzierung für die nächsten zehn Jahre gesichert.
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Das Best Case Szenario (Prosperität und Wachstum auf hohem Niveau) geht davon aus, dass die Fluggastzahlen bis auf 1,7 Mio. Passagiere steigen und das EBITDA im Jahre 2025 die Abschreibungen vollständig abdeckt.
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Der volkswirtschaftliche Nutzen des Baden-Airpark beläuft sich je nach Szenario zwischen EUR 200 und EUR 300 Mio. pro Jahr.

Aufgrund der Ergebnisse der McKinsey Untersuchung bildete der Aufsichtsrat aus seiner Mitte eine Arbeitsgruppe, die sich mit den Vorschlägen und Themen von McKinsey beschäftigt. Erste Ergebnisse wurden im Wirtschaftsplan 2015, der im November 2014 verabschiedet wurde, eingearbeitet. Weitere Ergebnisse werden 2015 zu erwarten sein.

Derzeit sind keine Faktoren zu erkennen, die bestandsgefährdend sein könnten oder die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Baden-Airpark GmbH wesentlich beeinträchtigen könnten.

2. Prognosebericht

Die Baden-Airpark GmbH startet optimistisch in das vierzehnte Betriebsjahr. Nachdem 2014 durch die Reduzierung der Umläufe auf einigen Strecken sowie Einsatz eher kleinerer Flugzeuge seit Oktober 2014 auf der Berlinstrecke die Passagierzahlen unter der Marke von einer Million blieben, geht die Geschäftsführung davon aus, dass durch die Stabilität und mit neuen Fluggesellschaften und neuen Strecken die Passagierzahlen 2015 wieder steigen werden.

Seit 21. Januar 2015 sind alle Flüge der Luftverkehrsgesellschaft Ryanair buchbar, womit die beiden am FKB stationierten Flugzeuge während des kompletten Sommerflugplans im Dauereinsatz sind. Bei seinem Besuch auf dem FKB prognostizierte Ryanair-Chef Michael O'Leary, dass Ryanair hier in den nächsten vier bis fünf Jahren auf etwa eine Million Passagiere wachsen will.

Eine neue Geschäftsbeziehung bahnt sich mit den Turkish Airlines an. Die derzeit an Platz fünf der beliebtesten Airlines der Welt stehende Fluggesellschaft beförderte 2014 mehr als 54,7 Mio. Passagiere. Temel Kotil, der CEO des Staralliance Carriers, möchte sein Netz weiter ausbauen und plant für Juni 2015 die Aufnahme des FKB in das Netz der Turkish Airlines. Für Anfang März 2015 erwartet man die Veröffentlichung der Flugzeiten.

Auch für die Incoming-Verkehre wurden einige Weichen gestellt. So wird mit der Tel Aviv Verbindung dem Wunsch der Gäste aus Israel entsprochen, die neben Berlin den Schwarzwald als liebstes Ziel in Deutschland auserkoren haben. Tourismusminister Alexander Bonde sieht den Verdienst im Auslandsmarketing der Schwarzwaldtourismus GmbH, dass sich die Zahlen der Israel-Gäste in den vergangenen Jahren verzehnfacht haben.

Das Gesicht des Gewerbeparks wird durch die 2014 begonnenen Projekte nachhaltig verändert. Neben dem Neubau am Kreisel werden die zukünftige Tankstelle mit Waschanlage und Shop-Flächen, die Erweiterung eines Firmensitzes mit Produktion, Verwaltung und Ausbildungswerkstatt im E-Sektor und der Bau einer Montagehalle im A-Sektor das Gewerbe und den Handel nachhaltig stärken.

Durch die höhere Verkehrsdichte im Gewerbepark und im Flughafen mit neuen Kunden erhofft sich die Geschäftsführung zudem eine Belebung der Nachfrage nach Büroflächen.
D. Sonstige Angaben

1. Nachtragsbericht

Es liegen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Ende des Geschäftsjahres vor, die eine wesentliche Auswirkung auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft haben könnten.

2. Ausblick

Die Baden-Airpark GmbH rechnet für 2015 mit einem gegenüber 2014 wieder ansteigenden Passagierwachstum, sodass der FKB wieder mehr als eine Million Fluggäste verzeichnen kann. Auch lassen die erkennbaren Gewerbeansiedlungen auf ein gutes Jahr hoffen. Die weiterhin steigenden Kosten dürften ein nochmals rückläufiges, aber weiterhin positives operatives Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern ergeben. Die hohe Abschreibungslast aus dem Ausbau, die 2014 ihren höchsten Stand aufweist, kann nur zu einem geringen Anteil selbst geleistet werden und führt zu weiterem buchmäßigen Eigenkapitalverzehr. Unter Berücksichtigung dieser Abschreibungen werden die Jahresergebnisse auch der nächsten Jahre weiterhin negativ sein.

Das Gutachten zur Geschäftsperspektive der Baden-Airpark GmbH bestätigt, dass der Baden-Airpark zu einer stabilen Größe unter den Regionalflughäfen geworden ist und sich bei einer Passagierzahl zwischen 1,0 und 1,2 Mio. Fluggästen gegen starke Wettbewerber etabliert hat. Noch längst sind nicht alle Potentiale gehoben und alle Grundstücke einer adäquaten Nutzung zugeführt. Gesellschafter, Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben zusammen mit den regionalen Gebietskörperschaften eine für die Region wichtige Verkehrsinfrastruktur geschaffen. Dies belegt das Gutachten von McKinsey mit 200 bis 300 Mio. EUR jährlichem volkswirtschaftlichen Nutzen. Der Baden-Airpark ist im Bewusstsein der Menschen fest verankert und aus Wirtschaft und Gesellschaft in der Region nicht mehr wegzudenken.


Rheinmünster, den 6. Februar 2015
Baden-Airpark GmbH
Geschäftsführung
gez. Manfred Jung


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#2

Aktuelles zum Jahresabschluss

in Aktuelles rund um den FKB 17.02.2019 06:07
von Alex | 45 Beiträge | 43 Punkte

Hat wer eine Info wie es um die Finanzen steht?

Ich meine mich zu erinnern, dass der FKB letzten Jahr 3 Mio Miese gemacht hat und die Jahre davor 6 Mio Miese aufgelaufen sind. Das liegt an den Abschreibungen noch vom Terminal u. der Sanierung der Landebahn.

Gibt es schon Haushaltszahlen aus 2018?

Wer weiss wann die Abschreibungsfrist ausläuft? Dann hätte der Flughafen eine gute Finanzlage u. ich frag mich was dann mit dem Gewinn angedacht ist?
Es müsste denke ich nicht mehr lange dauern bis tatsächlich nach Steuern u. Abschreibungen Millionen übrig bleiben u. es wird doch sicher Ideen geben (Ausbau, Erweiterung, oder ein Parkhaus etc)


Man liest zu dem Thema nur nirgends etwas.


zuletzt bearbeitet 07.04.2019 13:06 | nach oben springen

#3

RE: Finanzen

in Aktuelles rund um den FKB 17.02.2019 12:36
von Lynx72 | 558 Beiträge | 555 Punkte

Es gibt offiziell nur den Bundesanzeiger mit dem Ergebnis 2017.
Dort werden 3,6Mio? Verlust ausgewiesen bei 7,6Mio? Abschreibungen. Das bedeutet, dass der FKB auch über weitere Jahre hinweg diese Abschreibungen durch einen ?Eigenkapitalverzehr? bewerkstelligen muss. Mit 83Mio? Anlagevermögen und über 7,4Mio? Kassenbeständen sollte das auf Sicht kein Problem sein. Die Baden-Airpark GmbH weist, seit 2004 durchgehend, ein positives Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und sonstigen Steuern (EBITDA) aus.

@admins: Vielleicht können wir das hier in einen separaten Post unter ?aktuelles? verschieben? Würde da auch die Vorjahrsergebnisse mal mit aufführen.


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#4

RE: Finanzen

in Aktuelles rund um den FKB 13.04.2019 07:07
von Alex | 45 Beiträge | 43 Punkte

2018

https://www.ka-news.de/wirtschaft/region...;art127,2364856

Der Flughafen Baden-Airpark hat im vergangenen Jahr zwar mehr Passagiere befördert - sein Ergebnis verschlechterte sich aber. Der Jahresfehlbetrag stieg nach vorläufigen Zahlen vom Freitag auf gut 4,9 Millionen Euro. Das höhere Minus - im Jahr 2017 waren es gut 3,6 Millionen Euro gewesen - sei vor allem auf mehr Kosten etwa für die Ausbesserung von Start- und Landebahnen und andere gestiegene laufende Kosten zurückzuführen, sagte eine Flughafen-Sprecherin.


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#5

RE: Finanzen

in Aktuelles rund um den FKB 13.04.2019 10:23
von Wheasel | 1.684 Beiträge | 1640 Punkte

In der BNN wurden die Zahlen heute von Herrn Jung erklärt:

[...] obwohl der Airpark rechnerisch ein Minus von 4,9 Mio € schrieb ( 2016 waren es noch 7,2 Mio € ) versichter Jung, dass keine Geldspritze der Gesellschafter nötig ist.
Das Minus resultiert aus Abschreibungen - das operative Plus steht bei 2,4 Mio € un reiche für anstehende Investitionen und laufenden Kosten [...]



elvis hat sich bedankt!
zuletzt bearbeitet 13.04.2019 10:23 | nach oben springen


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